Magnesium ist ein Bestandteil von Hunderten von Enzymen unseres Körpers. Der Einfluss des essenziellen Mineralstoffs auf den Organismus ist überwältigend komplex. Obschon viele konkrete Mechanismen der Wirkung von Magnesium nicht oder nicht bis ins Letzte verstanden sind, wurden in Studien dennoch klare Zusammenhänge zwischen Magnesiummangel und diversen Krankheitsbildern gefunden.

Magnesium und Osteoporose

Bei der Vorbeugung gegen Osteoporose kommt neben Vitamin D und den Knochen bildenden Substanzen Kalzium und Phosphat auch Magnesium eine bedeutende Rolle zu. Eine Reihe von Studien haben einen direkten Zusammenhang zwischen verringerter Knochendichte bei prä- und postmenopausalen Frauen und einer ungenügenden Zufuhr von Magnesium mit der Nahrung gefunden.

Um das Risiko von Osteoporose zu senken, wird heute empfohlen, neben einer ausreichenden Versorgung mit Kalzium und Vitamin D auch auf die Aufnahme von genügend Magnesium zu achten.

Magnesium, Nerven und Muskeln

An Nervenfortsätzen entlangwandernde Serien elektrischer Impulse, sogenannte Aktionspotenziale, sind die Träger der von den Nerven tranportierten Information. Sowohl die von den diversen Rezeptoren an der Körperoberfläche zum Gehirn gelangende Information als auch die Informationsverarbeitung im Gehirn selbst oder die vom Gehirn ausgehenden Steuerbefehle an die Muskulatur werden in Form von Aktionspotenzialen codiert.

Magnesium hat allgemein eine dämpfende Wirkung auf die elektrische Nervenerregbarkeit. Es setzt die Erregungsschwelle herauf und sorgt zudem für das rechtzeitige Ende eines Aktionspotenzials. Magnesiummangel kann zu Störungen wie Stressempfindlichkeit, Depressionen oder Schlaflosigkeit führen. Im neuromotorischen System wird Magnesiummangel mit dem Auftreten von Muskelkrämpfen in Verbindung gebracht.

Magnesium, Herz und Gefäße

Magnesium scheint am Schutz des Herzmuskels gegen ischämische Herzkrankheiten, die durch Unterversorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff verursacht werden, beteiligt zu sein. Bei Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Angina Pectoris und Herzinfarktneigung werden mit Magnesium gute Therapieerfolge erzielt.

Ein Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und Gefäßproblemen wie Arteriosklerose und Bluthochdruck wird von der modernen Forschung ebenfalls nahegelegt. Demnach schützt Magnesium vor Läsionen der Gefäßwände und vor der Bildung der gefäßverengenden Plaques.

Magnesium und Diabetes

In Studien wurde gefunden, dass die Aufnahme von reichlich Magnesium die Körperzellen vor der für den erworbenen Diabetes verantwortlichen Insulinresistenz schützt.
Diabetes-Patienten leiden zudem häufig an einem wahrscheinlich sekundären Magnesiummangel, der durch Magnesiumsupplementierung ausgeglichen werden muss.

Magnesium, oxidativer Stress und Alterungsprozesse

Oxidativer Stress, das Überhandnehmen von sogenannten freien Radikalen in vielen Körperzellen, ist mitverantwortlich für eine Reihe degenerativer Prozesse im Alter. Gefäßerkrankungen, neurodegenerative Krankheitsbilder wie Alzheimer oder Parkinson oder Zellschädigungen durch Mutationen, die zur Entstehung von Krebs führen können, sind nur einige Beispiele. Heute ist bekannt, dass Magnesium bei ausreichender Zufuhr auch vor oxidativem Stress schützen kann.

Magnesiumhaltige Lebensmittel

Magnesium Wissen - Vorkommen in Lebensmitteln

Magnesium Wissen: Magnesium kommt in verschiedenen Lebensmitteln vor, wie z.B. Hülsenfrüchte, Beerenobst, Milchprodukte, Fisch, Geflügel (© Africa Studio – Fotolia.com)

Die moderne Ernährung deckt häufig den Magnesiumbedarf nicht vollständig. Bei Magnesiummangel sollte eine Ernährungsumstellung unter besonderer Berücksichtigung magnesiumhaltiger Lebensmittel oder die zusätzliche Einnahme von Magnesiumpräparaten erwogen werden.

Da Magnesium ein Bestandteil des grünen Blattfarbstoffs Chlorophyll ist, enthalten grüne Pflanzen wie Spinat und Salate große Mengen des essenziellen Minerals. Ebenfalls reich an Magnesium sind Lebensmittel wie Nüsse, Kürbis- und Sonnenblumenkerne, Sesam und Vollkornprodukte. Auch Hülsenfrüchte, Beerenobst, Milchprodukte, Fisch, Geflügel und Leber sind gute Magnesiumquellen.

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