Die Magnesiumkonzentration im Serum wird durch die Nieren reguliert. Ist nicht genug Magnesium im Blut, kann der größte Teil des im Primärharn enthaltenen Magnesiums wieder rückresorbiert werden, gelangt also zurück in den Körper.

Bei einem Überangebot von Magnesium verringert sich der rückresorbierte Anteil, und mehr Magnesium wird ausgeschieden.

Normalerweise kann der Körper so den normalen Magnesiumspiegel von 1,5 bis 2,5 Milligramm pro Deziliter Blut schnell wieder herstellen. Magnesium Nebenwirkungen sind daher beim Verzehr magnesiumhaltiger Lebensmittel oder bei der Einnahme von bis zu 350 Milligramm Magnesium als Supplement pro Tag normalerweise nicht zu befürchten.

Vorsicht bei magnesiumhaltigen Antaciden und Abführmitteln!

Werden jedoch große Mengen von Magnesiumpräparaten oder magnesiumhaltigen Medikamenten aufgenommen, kann es durchaus zu einer Erhöhung der Serumkonzentration von Magnesium kommen (Hypermagnesiämie), auf die der Körper mit Vergiftungssymptomen reagiert. Hier sind besonders Antacide auf Magnesiumhydroxid- oder Magnesiumkarbonat-Basis zu nennen, weiterhin die als Abführmittel verabreichten Magnesiumsalze Magnesiumsulfat (Bittersalz) oder Magnesiumcitrat.

Auch die bei drohender Frühgeburt als wehenlösendes Mittel oder zur Stabilisierung bei Eklampsie eingesetzten Magnesiumsulfat-Injektionen können bei der Mutter und insbesondere auch beim Fötus und Neugeborenen zu Hypermagnesiämie führen.

Die gute Nachricht ist aber, dass bei normal funktionierender Niere bedrohliche Hypermagnesiämien sehr selten vorkommen. Allerdings berichtet die medizinische Literatur über einige Fälle von schwerer Magnesium-Überdosierung durch den Missbrauch von Abführmitteln.

Nierenschwäche erhöht das Risiko von Magnesium Nebenwirkungen

Geringfügige Hypermagnesiämien mit Serumkonzentrationen bis etwa 3,6 mg/dl sind – abgesehen von einem leichten Unwohlsein – weitgehend symptomfrei. Da die Nieren jedoch normalerweise der einzige Ausscheidungsweg für Magnesium sind, kann die Magnesiumkonzentration im Blut bei chronischer Nierenschwäche oder Nierenversagen nach Aufnahme von größeren Mengen Magnesium recht schnell dramatisch ansteigen.

Magnesium Nebenwirkungen, Symptome einer Überdosierung

Als harmloser Nebeneffekt einer Supplementierung können wegen der abführenden Wirkung von Magnesium Durchfälle auftreten. Die Magnesiumeinnahme sollte dann für einige Tage ausgesetzt beziehungsweise die Dosis verringert werden.

Zu den ernst zu nehmenden Symptomen einer Überdosis Magnesium gehören Müdigkeit, Übelkeit, Gefühlsstörungen wie Taubheit oder Kribbeln im Gesicht, Desorientiertheit, niedriger Blutdruck, Muskelschwäche und Atemdepression. Charakteristisch für eine schwere Magnesiumvergiftung ist das Erlöschen der Sehnenreflexe. Unerkannt und unbehandelt kann eine Magnesium-Überdosierung ab etwa 12 mg/dl sogar zu Atemlähmung und Herzversagen führen.

Die Behandlung einer bedrohlichen Magnesium-Überdosierung kann eine Hämodialyse erfordern. In minder schweren Fällen ist Kalzium ein geeignetes Antidot. Bei normaler Nierenfunktion helfen harntreibende Mittel.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Weitere Magnesium Nebenwirkungen:

Magnesium und einige Antibiotika (Aminoglykoside, Tetracycline, Nitrofurantoin oder Penicillin) bilden im Darm Komplexe und behindern so wechselseitig ihre Aufnahme ins Blut. Magnesium sollte nicht zusammen mit Antiarrhythmika wie Chinidin eingenommen werden. Die Wirkung von Herzglycosiden kann durch Magnesium verringert werden.

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